Bootstour auf Bunyoni

Ach, ich wünschte, ich würde mit meinem Blog nicht so weit zurückhängen. Mittlerweile bin ich in Tansania angekommen und genieße meine Tage im Paradies. Da mir sowohl die Zeit, als auch wirklich funktionierendes Internet fehlt, gibt es jetzt also nur noch kurze Berichte über das ein oder andere Highlight meiner Reise… Auch wenn eigentlich jeder Tag ein Highlight für sich war!

In Uganda sind wir nach Kabale gefahren, um den unweit liegenden Lake Bunyoni zu sehen, weil die Bilder davon ein absoluter Traum sind. Da es ziemlich kostenintensiv gewesen wäre, sich direkt am See eine Unterkunft zu nehmen, haben wir uns für Couchsurfing in Kabale entschieden, um dann von dort zum See zu fahren. Unsere Hosts haben uns wunderbarerweise helfen können, mit einem Bekannten eine Bootstour zu unternehmen, was uns sehr gelegen kam, da es für uns wesentlich günstiger war als eine „organisierte Tour“ gewesen wäre. Die richtigen Kontakte sind also auch hier das A&O. Wir haben uns also morgens ein Boda Boda  (Motorradtaxi) geschnappt und haben die wilde (aber traumhafte Fahrt) auf uns genommen. Bergab und kurvenreich ging es zum See, wobei wir natürlich das ein oder andere Mal kurz die Luft angehalten haben, denn zu dritt Motorradfahren bleibt auch weiterhin abenteuerlich.

Unser Fahrer hat uns dann direkt bis zum Hafen gefahren, wo Herbert (ja, so hieß er wirklich – wir haben seine ID gesehen ;)) schon auf uns wartete. Wir haben dann nur schnell noch ein paar Bananen und Süßigkeiten als „Gastgeschenke“ gekauft und sind dann losgeschippert. Der Lake Bunyoni ist vor allem deshalb so eindrucksvoll, weil er ringsum von Hügeln umgeben ist, die von ca 2500 Metern ins Wasser abfallen. Außerdem beherbergt der See 29 Inseln, was aus der Vogelperspektive ein sehr eindrucksvolles Bild gibt.

Unser erster Halt war die Krankenhaus Insel (zu der wir den behandelnden Arzt sogar noch mit unserem Boot mitgenommen haben), wo wir uns das Krankenhaus anschauen durften, mit besonderem Fokus auf die Geburtsstation, wo die Krankenschwester uns mit den Worten begrüßte, gerade 10 Minuten zu spät zu sein, um eine Geburt miterleben zu können. (Ob ich das gewollt hätte, bleibt aber eh mal dahin gestellt…) Mama und Kind waren aber wohlauf und wir konnten  sie dann zumindest noch kurz sehen und ihnen gute Wünsche mit auf den Weg geben. Das Krankenhaus ist das einzige, das für die gesamten Inseln (die jedoch eh nicht allzu dicht besiedelt sind) zuständig ist, und auch Bewohner des Festlandes kommen hier hin, statt beispielsweise nach Kabale zu fahren. Im Krankenhaus wird ein besonderer Fokus auf HIV-Prävention und Aufklärung gelegt, was hier sehr wichtig zu sein scheint, denn laut der Daten der Krankenschwester ist die HIV-Rate hier leider sehr hoch, was vor allem daran liegt, dass positive Mütter ihrer Kinder mit Muttermilch stillen, trotz eingehender Warnungen der Mediziner. Aber nun gut, da die Gegenden um den Lake recht ärmlich sind, ist es wahrscheinlich häufig eine finanzielle Entscheidung

Nachdem wir die Krankenhausinsel verlassen haben, hat Herbert uns Akampene gezeigt – die Insel der Bestrafung. Dort wurden bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Frauen hingebracht, die unverheiratet schwanger wurden. Da nahezu niemand schwimmen konnte, um so die Insel zu verlassen, starben die Frauen auf der Insel einen Hungertod, was als Warnung und Abschreckung für andere Frauen dienen sollte. Nicht sehr nett, also…

Als nächstes stand ein Besuch auf der nächsten Insel an, die wir aber erst einmal erklimmen , was sich als ganz schön schwierig erwies. Aber wir wurden mit traumhaften Ausblicken über den See mit seinen 29 Inseln besucht, sowie einem Besuch an einer Schule. Die Schule wird im Grunde genommen ausschließlich durch Spenden finanziert und dort lernen die Kinder, deren Eltern sich nicht leisten können, ihre Kinder auf eine öffentliche Schule zu schicken, und dort die Schulgebühren zu zahlen. Dafür kommen die Kinder aus verschiedenen Dörfern und Inseln dorthin und man erkennt bei vielen die Dankbarkeit, zur Schule gehen zu können. Schön war vor allem, dass es ein wirklich untouristischer Ort war, was für mich natürlich ganz besonders schön war. Unabhängig davon, wurden wir singend und tanzend begrüßt, wir durften uns den Unterricht der einzelnen Klassen anschauen, wo selbst die Kleinsten schonen wenig Englisch lernen. Bevor wir dann weiterziehen wollten, haben die einzelnen Klassenstufen für uns traditionelle Tänze aufgeführt und Lieder gesungen, wobei mir natürlich absolut das Herz aufging. Wir haben den anschließend Süßigkeiten verteilt, wobei hingegen den Kindern das Herz aufging. Der Versuch, von dem Gelände und der Umgebung Bilder zu machen, artete darin aus, dass wir in erster Linie mit den Kids Bilder machen mussten, da die total darauf abgefahren sind, was total niedlich war. Einen Jungen, der etwas zurückgeblieben und deshalb trotz seines vorangeschrittenen Alters noch in der „Baby Class“ war, habe ich besonders ins Herz geschlossen.

Nachunserem Schulbesuch folgte der beschwerliche Abstieg die Insel hinunter zurück zum Boot. Die steilen Abhänge ließen sich mal wieder nicht allzu leicht meistern, aber irgendwie und ganz langsam haben wir es dann doch zurück zum Boot geschafft, wo unser Kapitän bereits auf uns wartete, um zur nächsten Insel zu fahren, wo wir ein Pygmies-Dorf besuchen wollten, wo die Batwa leben, die zu den ärmsten Völkern der Erde gehören. Der Besuch dort war beeindruckend, aber mindestens genauso bedrückend, weshalb ich gar nicht allzu viele Worte darüber verlieren möchte. Dachte ich, ich hätte vorher schon viel Armut gesehen, war es hier noch ein ganz anderes Level. Die Kinder hatten richtige Hungerbäuche und haben sich um die mitgebrachten Bananen und Süßigkeiten nahezu geprügelt. Und nichtsdestotrotz war auch hier eine Energie und Lebensfreude zu spüren, die ich in Europa häufig vermisse.

Generell war der Ausflug auf dem Lake Bunyoni wirklich traumhaft, mit traumhaften Begegnungen in einer atemberaubenden Landschaft. Ich fand es natürlich besonders schön, Einblicke in die Kultur zu bekommen, und das auf sehr untouristische Art und Weise. Die Heimfahrt mit dem Boda Boda war dann allerdings sehr spektakulär, da es plötzlich wie aus Kübeln anfing zu regnen, sodass wir zum einen pitschnass wurden und zum anderen unser Fahrer quasi nichts mehr gesehen hat. Mit einem kurzen Zwischenstand haben wir es aber glücklicherweise heil nach Haus geschafft. Uns hat es am See sogar so gut gefallen, dass wir uns dazu entschieden hatten, uns nach der Gorilla-Wanderung noch einmal hierher zurückzukommen, um die eindrucksvolle Natur zu genießen und auch baden zu gehen. Allerdings hat uns an dem Tag das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht, sodass es recht kühl und bedeckt war. Wir saßen deshalb den Großteil des Tages auf einem Steg und hingen unseren Gedanken nach, haben uns dann aber schnell dazu entschieden, uns bei einem warmen Getränk im Coffee House mit Blick über den See aufzuwärmen.

Nach Kabale ging es für uns noch weiter nach Fort Portal, wo die Gegend bekannt ist für die unzähligen Kraterseen drumherum. So sind wir beispielsweise an einem Abend zu einem der Seen gefahren und auf einen der Hügel gewandert, von wo wir einen wirklich schönen Blick auf einige der Seen hatten. Leider war auch hier das Wetter nicht allzu sehr auf unserer Seite, sodass wir einen Nachmittag auf einer Lodge gefangen waren, aber bei dem Ausblick, der uns hier geboten wurde, war das dann alles halb so wild 🙂

Es ist also zurückblickend definitiv festzuhalten, dass Uganda nicht nur als „Pearl of Africa“ einen Besuch wert ist, sondern definitiv auch für die traumhafte Landschaft rund um etliche Seen.

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