Ankommen…

Eine Woche ist es jetzt schon wieder her – das Rückkehrerseminar vom DSJW.
Ich fuhr mit sehr gemischten Gefühlen nach Wiesbaden: ich freute mich, meine heißgelieten Potchies wiederzusehen, ich wusste aber auch, dass die Tage sehr schwer und emotional werden würden…

Während man eigentlich davon ausgehen müsste, dass jeder Tag das „Wieder-in-Deutschland-Sein“ ein Stück einfacher machen würde, ist es bei mir genau das Gegenteil… Gefühltermaßen wird jeder Tag ein Stück schwieriger und das Heimweh immer größer. Und ja – Heimweh scheint mir genau der richtige Ausdruck zu sein!
Einige der anderen Freiwilligen, die nicht in Potch, sondern woanders in Südafrika waren, schienen besser damit umgehen zu können, wieder hier zu sein, vielleicht können sie ein wenig besser differenzieren – für mich hingegen bestimmt Südafrika auch jeden einzelnen Tag meines deutschen Alltags.
Es fällt mir unheimlich schwer, mich hier wieder einzufinden – und irgendwie will ich es auch gar nicht. Mir ist natürlich bewusst, dass das der falsche Gedankengang ist, aber anders scheint es derzeit noch nicht so wirklich zu funktionieren.
Und genau das ist mir auch auf dem Seminar jede Minute schmerzlich bewusst geworden. Ja, wie erwartet, war es wunderbar, alle „endlich“ wieder zu sehen, aber genauso hart war es dann auch, in Erinnerungen zu schwelgen und Fotos anzusehen.

Wir hatten einen Seminarteil, in dem wir eine Kurve malen mussten, die unsere Stimmung im Laufe des Jahres zeigt und als wir mit dem Malen fertig waren, kamen all meine wunderbaren Potchies direkt zu mir, um meine Kurve zu sehen – denn genau, wie sie es alle erwartet hatten, gab es nahezu keinen Tiefpunkt und während +3 der höchte Punkt war, ging meine Kurve einmal im November und einmal im Februar auf ca. +2,5 runter und hat sich, darüber hinaus, nur auf der 3 angesiedelt – und das Schönste ist, dass es tatsächlich der Realität entspricht, denn mein Jahr war durchzogen von Höhen, Tiefen hat es im Grunde wirklich nicht gegeben – und dazu haben natürlich meine wunderbaren Kinder ziemlich viel beigetragen 🙂

Ich hangel mich also derzeit ein bisschen von Tag zu Tag, mit dem Gedanken, dass es ganz sicher nur ein paar Monate sind, bis ich zurücksein werde! Ich glaube, dass ich eine schnelle Rückkehr brauchen werde, um besser mit all dem umgehen zu können.
Der Gedanke, dass quasi jemand anderes meinen Platz eingenommen hat, ist, nach wie vor, sehr schmerzlich. Worte von meinen Kids oder meiner Mama Africa helfen da natürlich:

Lucy, keine Voluntärin wird jemals wieder so sein wie du!

Es ist einfach gut, zu wissen, nicht vergessen zu werden. Natürlich ist mir einerseits bewusst, in dem vergangenen Jahr zu viel getan zu haben, um in Vergessenheit zu geraten, aber die aufmunternenden Worte wie Shango, dass Thakaneng zu meiner Zeit wohl die verwöhntesten Straßenkinder aller Zeiten hatte, tun einfach immer wieder gut.

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Eine Antwort zu Ankommen…

  1. Jay schreibt:

    Ich hoffe so sehr, dass es für dich mit der Rückkehr klappt. Wenn ja, dann werfe ich in den Semesterferien alles über den Haufen und kehre auch Heim ins gelobte Potch.

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