Badespaß und ein unvergesslicher Urlaub

Ein unvergesslicher Urlaub!? Moment, ich korrigiere: zwei unvergessliche Urlaube…

Der Frühling ist nun also in Südafrika eingekehrt – ich mein, 34 Grad klingen ja nach angenehmen Frühlingstemperaturen – und demnach waren auch Frühlingsferien. Die wurden auch in vollen Zügen ausgenutzt! Thakaneng-Freiwilligeh haben ja, vor allem im Vergleich zu den Kinderheim-Freiwilligen, angenehm viel frei in den Ferien und das war ein Grund, direkt zwei Reisen anzutreten 🙂

Zuerst haben wir also einen Abstecher nach Johannesburg gemacht. Ziel der Reise war vor allem, das Apartheid-Museum zu besuchen und dem größten Township Afrikas, Soweto, einen Besuch abzustatten.
Die Fahrt dorthin war, sagen wir, abenteuerlich. WIr sind mit einem Mini Taxi gefahren, die in Südafrika eigentlich ausschließlich von Schwarzen genutzt werden, aber da wir zu zehnt waren, haben wir uns keine Sorgen gemacht und es lief auch alles ziemlich reibungslos ab. In Johannesburg angekommen fanden wir es am Taxistand dann doch ein wneig gruseliger, wir waren ziemlich exotisch dort und wurden permanent angestarrt und angesprochen. War weniger cool, aber glücklicherweise hatten wir dann ziemlich fix jemanden gefunden, der uns zu unserer Lodge bringen konnte und das in einem „Special Taxi“ – aha. Der Preis sollte bei 50 Rand pro Person liegen (umgerechnet weniger als 4 €), dass wir damit total abgezogen werden, war uns bewusst, aber irgendwie egal, Hauptsache sicher ankommen 😉 Die Fahrt hat sich dann sehr hingezogen, weil der nette Herr doch nicht so recht wusste, wo unser Backpacker ist, aber letztendlich erreichten wir den Zielort unversehrt und unser „Special Taxi“ war, vor allem im Vergleich, zu den anderen Minibussen, die hier so rumgurken, wirklich ziemlich special.

"Special Taxi"

Den Rest des Tages haben wir dann überwiegend uns die nähere Umgebung geschaut, allerdings waren wir recht weit ab vom Schuss, sodass wir nicht soviel zu sehen bekamen. Da wir aber alle ziemlich müde waren, war das okay. Abends wurde dann noch der nächste Tag geplant und dann wurde um halb 9 geschlafen.
Am nächsten Tag hatten wir dann ein straffes Programm: Um 8 Uhr wurden wir abgeholt, um ins Apartheid Museum zu fahren. Wir hatten 2 h dafür eingeplant, was im Nachhinein betrachtet, leider viel zu kurz war, da wir nicht alles so ausführlich anschauen konnten, wie wir es gern getan hätten. Es war aber in jedem Fall unglaublich interessant und spannend, sich das Museum anzuschauen. Der Anfang war sehr richtig toll gemacht, weil unsere Eintrittskarten mit „White“ und „Non-White“ beschriftet waren, und wir mussten das Museum deshalb auch über verschiedene Eingänge betreten. Die Stimmung im ganzen Museum war natürlich relativ bedrückend, aber es war wirklich toll, und vor allem, spannend gemacht. Sollte man, wenn man nach Joburg kommt, mal gesehen haben 🙂
Danach ging es dann weiter nach Soweto, wo wir eine Fahrradtour machen wollten. Allerdings war es uuuunglaublich kalt an dem Tag, sodass eine Fahrradtour eigentlich nicht die beste Idee war – es war aber auf jeden Fall richtig toll. Wir haben den reichsten, sowie den ärmsten Teil des Townships gesehen und im Vergleich zu Ikageng, dem Potchefstroomer Township, ist Soweto recht luxoriös. Wir haben an Nelson Mandelas ehemaligem Haus gehalten, sowie bspw. am Hector Pieterson Memorial, wo er 1976 beim Soweto Uprising erschossen wurde.
Ansonsten konnten wir traditionelles Bier probieren (ziemlich eklig übrigens) und auf dem Soweto Markt shoppen gehen, wo ich einen Schlüsselanhänger und ein Armband erstanden habe.
Abends waren wir dann auch wieder ziemlich erledigt und am nächsten Tag haben wir dann auch nicht mehr viel gemacht, nur noch ein bisschen rumgebummelt, bis es dann nachmittags ähnlich abenteuerlich nach Haus ging.

Nelson Mandela Haus

Nelson Mandela Haus

Nach unserer Rückkehr musste ich dann einen Tag arbeiten und hab den Tag ziemlich gut genossen, indem ich mit den Jungs am Pool war. Das war super cool, die Jungs haben sich echt richtig gut benommen – hätte ich gar nicht unbedingt gedacht 😉 Kein Stress, keine Prügeleien oder ähnliches, sogar mit den Kinderheimkindern haben sie sich überraschenderweise wirklich gut verstanden und sie haben die Zeit wirklich sehr genossen. Ich hatte das Pool-Gelände noch gar nicht ganz betreten, da waren die Herren schon im Wasser 🙂
Ich hab mich auch sehr für sie gefreut, dass sie so einen coolen Tag hatten.

Lukas

Lukas

Badespaß

Badespaß

Am Donnerstag gings dann los in den „Haupturlaub“ – eine Reise in die Drakensberge. Ich sollte uns als Fahrerin sicher ans Ziel bringen… ohje! Ich hatte die vier anderen Mädels bereits vorgewarnt, dass ich kein sonderlich guter Autofahrer bin – wider Erwarten hat alles geklappt, bis auf die Tatsache, dass ich auf der Rückfahrt geblitzt worden bin :/ Aber nun gut, alles halb so wild.
Die Hinfahrt war in jedem Fall sehr spektakulär – wir haben Giraffen, Zebras und Strauße am Wegesrand sehen können und haben uns im richtigen „Bilderbuchafrika“ befunden. Uns wurde geraten, die Tour über eine Panorama-Route zu planen. Letzlich sind wir also durch den Golden Gate National Park gefahren und haben uns auf eine wahnsinnige Sicht gefreut – tja, Pustekuchen! An ausgerechnet dem Tag wurde ein riiiiesiges Feld abgefackelt, um den Boden fruchtbarer zu machen. Der Rauch war so dicht, dass man weder nach links, noch nach rechts irgendetwas erkennen konnten. Tja, herzlichen Glückwunsch – wir 5 Mädels im Auto wussten nicht, ob wir lachen oder weinen sollten, weil wir nicht sicher waren, ob das grad nicht vielleicht doch ein kleines bisschen gefährlich sein könnte – wir haben uns dann aber doch fürs Lachen entschieden 😉 Im Endeffekt haben wir den Park aber sicher passieren können und waren gar nicht allzu böse drum, als wir wieder draußen waren.

zebra

National Gate Park

National Gate Park

weg

Unser Ziel war dann ein kleines Örtchen „Monk’s Cowl“ am Fuße der Drakensberge. Wir hatten eine unglaublich süße Lodge, in der wir uns sofort pudelwohl gefühlt haben.
Am nächsten Morgen ging’s dann los auf unsere erste große Wanderung durch die Berge, angepeilt wurden die „Nandi Falls“, Wasserfälle, die offenbar ziemlich atemberaubend sein sollten. Dadurch, dass die Regenzeit aber noch nicht eingesetzt hat, war der Wasserfall eher ein Wasserfällchen, war aber trotzdem sehr schön. Und auch der Weg davor war ein absoluter Traum. Die Sicht, die uns geboten wurde, war atemberaubend und wir haben trotz der dünnen Luft, Hitze und Anstrengung jeden Moment genossen.
Ziemlich zum Anfang des Weges sind wir auf kleine Bergpools gestoßen, in denen wir erst einmal ausgiebig gebadet haben – das Wasser war glasklar, aber eiskalt (ein bisschen also wie die Ostsee zu Anfang des Sommers ;)). Dadurch, dass wir uns dort ziemlich lang aufgehalten haben, und auch sonst häufig für Fotos gehalten haben und wir die Route ein kleines bisschen ausgedehnt haben, haben wir statt 4 Stunden beinah 7 Stunden gebraucht 😉

berge

Bergpool

Bergpool

Für den nächsten Tag hatten wir eine Tour hoch zu Ross gebucht – auf dem Pferderücken durch den Champagne Valley in den afrikanischenn Bergen… wie schön! Wir waren eine sehr gemischte Truppe, Leni und Kristina saßen vorher vielleicht zwei Mal in ihrem Leben aufm Pferd. Ich hab dann direkt den sturen Bock bekommen, der statt vorwärts auch gerne mal ein Stück rückwärts lief, aber alles kein Problem für mich 😉
Der einheimische Leiter des Rittes chillte in Badeschlappen auf seinem Pferdchen und hat diejenigen, die mit ihren Pferden am Ende der Gruppe zurückgeblieben sind, wieder eingesammelt. Es war wirklich cool, die Landschaft mal aus anderer Perspektive betrachten zu können und wir konnten wider Erwarten auch tatsächlich ein gutes Stück im gestreckten Galopp reiten, auch wenn Leni ein wenig weiter hinten recht schief im Sattel saß 😉

Hoch zu Ross!

Hoch zu Ross!

Das nächste Abenteuer des Trips sollte uns am nächsten Morgen erwarten, als wir früh morgens um halb 6 aufgebrochen sind zur Sani Lodge, die am Fuße des Sani Passes liegt – an der Grenze nach Lesotho. Wir hatten für 9 Uhr eine Tour ins benachbarte Königreich gebucht. Uns wurden 2 Stunden Fahrt angekündigt, wir wollten trotzdem lieber rechtzeitig los, für den Fall, dass mal wieder Kühe auf der Fahrbahn stehen sollten – das kommt hier nämlich häufiger vor.
Das Ende vom Lied war, dass die Fahrt wesentlich länger gedauert hat und wir schon mehrmals bei der Sani Lodge anrufen mussten, um uns zu entschuldigen, dass wir ein wenig spät eintrudeln könnten. Ich hab den Mädels versprochen, dass wir um Punkt 9 dastehen werden – und so war es auch. Ich bin nahezu über die ziemlich engen Kurven geflogen (natürlich ohne uns ernsthaft zu gefährden ;)), um uns rechtzeitig zur Tour abliefern zu können. Um Schlag 9 standen wir dann tatsächlich am Backpacker – kaum zu glauben.
Dann ging es auch ziemlich direkt los: Rauf auf einen wenig vertraunenswürdig wirkenden Jeep und ab die Post… Ich bin ziemlich froh, dass ich meine Reiseübelkeit vor einigen Jahren abgelegt habe, ansonsten hätte ich den Weg vermutlich nicht überlebt: Es ging eine ziemlich steile, kurvenreiche Schotterpiste entlang. Wir flogen das ein oder andere Mal einen guten halben Meter aus unseren Sitzen raus und haben uns den Kopf angestoßen – aber für das, was uns erwartete, haben wir das gern in Kauf genommen. Wir sind durch dichten, kalten Nebel gefahren und haben quasi die eigene Hand vor Augen nicht gesehen. Kaum in Lesotho angekommen, lichteten sich die Wolken und wir haben das Land in strahlendem Sonnenschein betreten. Auf dem sogennanten „Dach Afrikas“ haben wir dann eine Lunchpause eingelegt, um dann irgendwann den beschwerlichen Weg zurückzufahren. Aber nicht, ohne im höchsten Pub Afrikas einen Stopp zu machen – da es sich mittlerweile wieder verdammt zugezogen hatte, die Temperatur knapp über dem Nullpunkt lag und es zu allem Überfluss auch noch angefangen hatte, zu schneien, haben wir uns einen traumhaft schmeckenden Glühwein gegönnt 🙂 Und wer kann schon von sich selbst behaupten, Glühwein im höchten Pub Afrikas getrunken zu haben? 😉
Auf der Rückahrt hatten Leni und ich zwischenzeitlich Angst um unser Leben, weil der Fahrer nichts, aber wirklich GAR NICHTS gesehen hat. Wir haben kurzzeitig befürchtet, irgendwo den steilen Abgrund hinunterzubrettern, aber wir wurden sicher wieder an der Lodge abgeliefert. Den Abend, und damit das Ende des Urlaubs, haben wir am Kamin ausklingen lassen, um wieder aufzuwärmen.
Am nächsten Tag haben wir uns dann auf den langen, aber traumhaft schönen Weg zurück nach Potch gemacht. Neben all den wunderbaren Momenten, die wir gern in Marmeladengläsern eingefangen hätten, hätte sich sogar die Fahrt allein gelohnt 🙂

Mädels <3

Mädels ❤

Der Weg...

Der Weg…

Alles in allem hatten wir eine traumhafte Zeit in einer traumhaften Gegend 🙂

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Eine Antwort zu Badespaß und ein unvergesslicher Urlaub

  1. Lydia Bannert-Bumann schreibt:

    Schick unbedingt was davon an Gerd, auch Fotos, umwerfend toll aber auch amüsant geschrieben 🙂

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